Nach einiger Zeit ruft sie mich. „Fertig!” sagt sie. Gemeinsam betrachten wir ihr Bild. Ich merke vor allem, dass es ein bewegtes, lebendiges, abstraktes Bild, ohne sichtbare, erkennbare Formen ist. Hilde ist zufrieden, ihre Stimme sprudelt und ihre glänzenden Augen sind der Spiegel ihrer Freude. Also könnte ich das Bild abhängen, zufrieden sein mit ihrer Zufriedenheit.

Aber... ich entscheide mich fürs Risiko. „Bist du offen für ein Experiment?" frage ich. Nach ihrer Zusage lade ich sie ein, das Bild als Ganzes zu betrachten, die Augen halb zu
schliessen und zu forschen, ob sie irgendwo, im Durcheinander von Farben und Formen, eine Gestalt erkennen könne.

Hilde überlegt. Der Büffel fasziniert sie. Meinen Vorschlag, den Spuren des Tiers zu folgen, heisst aber auch, dass sie ihr ursprüngliches Bild, mit dem sie zufrieden, auf das sie sogar stolz war, aufgeben muss. Aufgeben, ohne vorerst zu wissen, was sie dafür bekommt.