Minuten später steht sie strahlend vor ihrem Bild und sagt: „Der Büffel hat einen langen beschwer-lichen Weg hinter sich. Jetzt endlich steht er am Wasser."
„Diesen langen Weg, diese Durststrecke, kannst du das auch im Bild deutlicher malen?" will ich wissen. „Kannst du den Übergang von den dunk-len Bergen zum saftigen Gras stärker hervorheben?"

Wir diskutieren, wie es aussehen könnte.
Hilde ist erschöpft - genau wie der Büffel.Trotzdem möchte sie das Bild vollenden.

Sie malt die trostlose, öde Landschaft im Hintergrund und beginnt zu erzählen: „Ein Büffel, ein heisser Tag. Er trottet durch die karge Gegend. Wie lange wohl schon? Stunde um Stunde, tagelang. Endlich, endlich langt er am Wasser an. Durstig, völlig erschöpft." „Was tut er?" forsche ich. „Er neigt den Kopf..." „Und?..."
„Er trinkt" „Willst du auch das noch malen?"

Hilde malt eine Zunge, Wasser, das aus dem durstigen Maul tropft, Wasser, das die heissen wunden Füsse kühlt. Mit ein paar Pinselstrichen bringt sie Glanz in die müde scheinenden Augen.